Rushooka
 
Geschichte der Pfarrei in Rushooka

Die Anfänge der Pfarrei in Rushooka gehen zurück auf das Jahr 1995, als Bischof  Paul K. Bakyenga vom Bistum Mbarara die neue Gemeinde offiziell errichtete. Seit über 50 Jahren gab es in diesem Gebiet Christen dank der Weißen Väter (den Missionaren für Afrika), die von Kagamba aus die Gemeinde gründeten.

Sie begannen zu der Zeit, gelegentlich das 45km entfernte Rushooka zu besuchen und bauten eine Kirche wie auch ein Haus für den Katecheten. Wegen der großen Entfernung kam jedoch der  Priester lediglich  nur zweimal im Jahr. Die Gemeindemitglieder mussten jedoch weiterhin mit ihren Anliegen zur Hauptkirche gehen, und zwar gewöhnlich zu Fuß. Unter diesen Bedingungen war ein geistliches Wachsen der Gemeinde kaum möglich.

Die Ankunft der Franziskaner in Uganda änderte die Situation: In Mbarara hatten sie schon mit einem Ausbildungshaus für Novizen begonnen und,  da sie ihre Arbeit in der Gemeinde Kashekuro in der Nähe von Mbarara aufgegeben hatten, suchten sie eine neue Pfarrei mit missionarischen Herausforderungen. Ihre Wahl löste gleichermaßen Erstaunen und Freude aus: Erstaunen, da sie die ärmste, vernachlässigste und vom Bistumszentrum entfernteste Gemeinde wählten; und Freude, da es Missionare gab, die zu so einem entlegenen Ort gehen wollten, um dort das Evangelium zu verkündigen.

Zu dieser Zeit war Rushooka äußerst arm und unterentwickelt: Lediglich drei Personen hörten Radio, zwei lasen eine Zeitung in der Lokalsprache Runyankole und fast niemand sprach Englisch; die Menschen litten unter allen denkbaren Krankheiten, hatten keine adäquaten  hygienischen Verhältnisse; ziemlich oft gab es schon früh morgens Betrunkene.

Am 26. Januar 1995 hieß Bischof  Paul K. Bakyenga offiziell die Franziskaner in Rushooka willkommen.


Die ersten Brüder waren:  Ivica Peric (Guardian),  Silvestro Arosio (Verantwortlich für Berufsförderung),  Pero Vrebac (Provinzsekretär   für Ausbildung und Studien), Kizito Ngomanzungu (Assistent des Dritten Ordens),  ferner Aphrodise Nsengumuremyi und Eugene Nzabagamba als Mitglieder der Fraternität.


Anfangs lebte die Gemeinschaft im alten Haus des Katecheten: Es gab nur vier Zimmer für sechs Brüder! Deswegen wurde bald, im September 1995, mit der Erweiterung des Hauses begonnen.

Am 25. August 1996 wurde Rushooka offiziell durch Bischof Paul K. Bakyenga als Pfarrei errichtet. Die Gläubigen nahmen in großer Zahl  an der Festmesse teil. Erster Pfarrer war Pater Ivica; später im Jahr schloss sich Pater Alberto Campos der Fraternität an.


Im Juni 1997 erfolgte die erste kanonische Visitation: Im abschließenden Gespräch bewunderte der Visitator, Fr. Thomas Nairn OFM aus den USA,  die Pastoralarbeit der Brüder wegen der vielfältigen Herausforderungen, denen sie in der neuen Pfarrei begegneten.

Er erinnerte aber auch daran, dass die Aktivitäten nicht zu Lasten des Gemeinschaftslebens gehen dürften und dass das Zeugnis des Evangeliums die wichtigste Aufgabe ihrer Präsenz in der neuen Mission sei.

Nach dem Provinzkapitel Ende Juli 1997 gab es weitere Veränderungen: Alberto Campos wurde Guardian, in ihren Ämtern bestätigt wurden Ivica Peric als Pfarrer, Kizito als Assistent des Dritten Ordens für Rushooka und ganz Uganda, Fr. Silvestro wurde Mitarbeiter in der Gemeinde.

Am 17. Januar 1998 kam die überraschende Nachricht:  Fr. Alberto Campos ist von Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Vikar von San José de Amazonas in Peru ernannt worden. Für ihn kam Fr. Dariusz aus Polen - jedoch nur für elf Monate.

Im Juni 1998 wurde das neue Kloster fertiggestellt: Nun konnten die Brüder unter besseren Bedingungen leben.

Die Gemeinde entwickelte sich ständig weiter: Es entstanden neue Vereine, die Zahl der Katecheten und der Christen wuchs rasch.

Die Brüder standen unzähligen Herausforderungen gegenüber: Zuerst kümmerten sie sich um die Gesundheitsprobleme der Dorfbewohner und konzentrierten sich auf die Anliegen der Jugend. Aus diesen Gründen wurden Schwestern zur Mitarbeit eingeladen. Die ersten sechs Schwestern, „Töchter der Göttlichen Liebe“ (Daughters of Divine Charity), kamen am 8. Oktober 1998 in Rushooka an.

Später im gleichen Jahr stieß Pater Ulrich Gellert zur Fraternität. Nach dem Provinzkapitel vom Juli 2000 gehörten zur Gemeinschaft folgende Brüder: Ulrich Gellert (Pfarrer), Ivica (Kaplan), Fidelis (Hausökonom) und Franciszek, der jedoch nur bis September 2000 blieb.

Ein bedeutendes Projekt wurde im Jahr 2001 fertiggestellt: Am 5. September nahm Bischof Paul von Mbarara offiziell die Wasserversorgungsanlage für Rushooka in Betrieb. Das Wasser wird seitdem von der Quelle in Romanioyi in einen höher gelegenen Tank auf dem Berg gepumpt, von dort fließt es durch Gravitation an mehrere Stellen im Ort. Dank dieses Projekts wurden viele Gesundheitsprobleme gelöst. Der leichtere Zugang zu sauberem Wasser hat das Leben der Menschen wesentlich verbessert. Im gleichen Jahr begann man auch mit dem notwendigen Kirchenbau, denn ohne einen geeigneten Gebetsraum kann keine Gemeinde wachsen. Alle Gläubigen, Jung und Alt, halfen mit - soweit sie konnten - beim Bau des Gotteshauses.

Am 15. März 2002 schloss sich Pater Oscar Girardi, von Italien kommend, den Brüdern an. Im Jahr 2004 kam, ebenfalls aus Italien,  Pater Carmelo Giannone und bereicherte die Gemeinschaft mit seinen Talenten.


Nach dem Provinzkapitel von 2006 gehörten zur Fraternität die Brüder: Carmelo Gianonne (Guardian), Kizito Ngomanzungu  (Pfarrer), Teofil Czarniak (Hausökonom). Nach der Versetzung von Fr. Kizito wurde 2009 der Neupriester Agapitus Mubangisi Pfarrer, auch Bruder Viateur Uwamungu verstärkte die  Gemeinschaft.


2009 wurde mit dem Bau des Pastoralzentrums  für die Pfarrei begonnen: drei Klassenräumen, eine Halle, ein Schlafsaal, eine Küche, Duschen und Pfarrbüros waren geplant. Ende 2010 konnte das Zentrum zur Freude der Gemeinde eingeweiht werden.